Dienstag, 20. Dezember 2011

Fröhliche Weihnachten!

Allen Bloglesern, die immer wieder hier rein schauen und darauf warten, dass wieder mal etwas Neues kommt: Euer Warten hat sich gelohnt! Es war nun ja eine sehr lange Adventszeit, also Zeit des Wartens. Deshalb soll nun ein Bildchen mit Weihnachtsgruß "ankommen".




Ganz liebe Grüße,

Daniel mit family.

Donnerstag, 11. August 2011

ENDE

Hallo Freunde unseres Blogs!

Da wir nun ...

1.) wieder in Deutschland sind (für ca. ein ganzes Jahr),

2.) nicht wieder nach Malawi und CHISOMO zurückkehren werden, und

3.) dann nächstes Jahr nach Kanada umsiedeln werden,

macht dieser Blog als "matschisinchisomo" keinen rechten Sinn mehr. Deshalb wird es ab heute keine weiteren Einträge mehr geben. Wir werden wohl demnächst einen neuen Blog beginnen, aber das kann noch etwas dauern.
Sobald es was Neues geben wird, wird es hier ersichtlich sein. Also, den Link vorerst noch mal nicht löschen, ja?!

Liebe Grüße, und vor allem vielen Dank für alles Interesse von allen Blog-Lesern von matschisinchisomo. Gott segne euch!

Euer Daniel,
in Bahlingen.

Sonntag, 31. Juli 2011

Daheim - endlich!

Nach einem ungeplanten 24-Stunden-Aufenthalt in Addis Abeba sind wir nun schon ein paar Tage daheim, und das voll und ganz. Bahlingen hat uns wieder!
am Flughafen in Malawi (Lilongwe)


Da bei der Ticketbuchung irgendetwas schief gelaufen ist, mussten wir einen geschlagenen Tag in Äthiopien verbringen. Schief lief dann auch noch die Buchung des Hotels, bzw. die Bezahlung. So mussten meine Frauen und Aaron stundenlang im Flughafen rumsitzen, bis wir dann endlich um 1 Uhr nachts zum Hotel fahren konnten. Umso besser schliefen wir dann, nach der ganzen Aufregung. Und letztendlich konnten wir uns gut erholen und genossen die äthiopische Küche. Wir gut, dass Rita ein paar extra Unterhosen und T-shirts eingpackt hatte!


Mit Handgepäck einen ganzen Tag ...

In der Hotellobby in Addis


Dann ging es eben am nächsten Abend noch einmal los: Passkontrolle, Sicherheitscheck, Anstehen, Boardingpass abholen, aufs Flugzeug warten … und dann endlich auf die Sitze, zum letzten Mal. Gott hat uns dann den besten Flug seit wir Kinder haben geschenkt, und so kamen wir dann einen Tag später in aller Frühe in Frankfurt an. Opa Werner, meine Schwester Beate und mein Bruder Tobias haben uns abgeholt … endlich daheim!



„Daheim“ ist es erfreulicherweise nicht nur für uns Eltern, sondern auch für alle unsere Kinder, die während der letzten Jahre ja mehrmals schon auch hier waren und somit nicht in die Fremde kamen, sondern wirklich heim!

Mittlerweile haben wir schon leckere Vesper genossen, freuen uns an unserem Familien-VW-Bus, haben schon viele liebe Verwandte und Freunde getroffen, erlebten eine tolle Willkommens-Grillparty und waren auch schon beim Mitarbeiter-Dinner unserer Bahlinger LGV-Gemeinschaft. Hier ist es wirklich schön und gut! Daheim eben.Aaron ist begeistert!



Den Mädels gefällt er auch!

Liebe Grüße aus der Heimat,

Daniel.

Sonntag, 24. Juli 2011

Jetzt kann's losgehen!

Die Koffer, Kisten und Taschen sind gepackt, das Handgepäck auch. Sogar die Taschen für die Reise nach Lilongwe und die Übernachtung dort stehen schon bereit. Es kann also losgehen – Deutschland, wir kommen!


Nachdem wir in den letzten Tagen kräftigst gearbeitet haben, einige Hühner, kiloweise Erdnüsse, Maismehl und sonst noch so manches zum Abschied geschenkt bekommen haben, sind wir nun fast fertig, und das im doppelten Sinn! Noch ein paar Ecken mit restlichem Gerümpel im Haus, sonst ist fast alles weg. Unzählige Freunde und andere, die sich plötzlich auch als solche zählen, kamen gestern an die Haustür, um ein Abschiedsgeschenk abzuholen. So sind wir fast alle übrigen Kleider losgeworden und jeder zweite in den umliegenden Dörfern rennt rum wie die Mattmüllers. J

Heute Vormittag waren wir dann noch zum allerletzten malawischen Gottesdienst in der nächstgelegenen EBCM-Kirche, um uns nicht zuletzt auch von dieser Seite unseres siebenjährigen malawischen Lebens zu verabschieden.




Morgen dann, am Montag um 11.00 Uhr, geht es los. Von CHISOMO mit Joe Berger nach Liwonde, wo wir uns mit unserem Teamleiter Michael Volz treffen. Der wird uns dann, nach einer letzten kurzen Verabschiedung von der Kirchenleitung (Bischof, Generalsekretär, usw.), nach Lilongwe bringen, wo wir dann am Dienstagmorgen zum Flughafen fahren werden; und dann heißt es „Tschüss Malawi!“

Unser guter Gott und Vater im Himmel war so gut zu uns in den letzen acht Jahren, die wir meistens hier verbracht haben. Mit Hebräer 13,8 wollen wir nun – bei allem Abschiedsschmerz – getrost und gespannt nach vorne blicken: „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.“


Liebe Grüße,


Daniel.




Montag, 18. Juli 2011

Ordination zum Evangelisten

Gestern waren wir in der Kirche in einem kleinen Städtchen in unserer Nachbarschaft, um Zeugen und „Mithelfer“ der Ordination eines unserer Studenten vom letzten Schuljahr zum Prediger/Evangelisten zu sein. Ja – Mithelfer, denn in der Evangelical Baptist Church of Malawi (EBCM) ist eine Ordination immer eine gemeinsame Sache. Und das ist ein sehr schönes Zeichen für den „Neuen“!

Nach einer guten, motivierenden Predigt des Administrators und noch manch anderen Gottesdienstelementen leitete der Generalsekretär die Amtshandlung ein, bei deren Durchführung dann alle bereits ordinierten Geistlichen symbolisch dem zu Ordinierenden die Hände auf legen und gemeinsam, jeder für sich, für ihn beten und so in sein Amt segnen.

Es war sehr schön mitzuerleben, wie einer meiner Schüler nun mit einem wichtigen Amt in seiner Gemeinde und seinem Bezirk betraut wurde und dies auch mitzugestalten. Der HERR ist gut – absolut!
Bei diesem Ereignis waren übrigens alle unsere CHISOMO-Mitarbeiter dabei, denn direkt anschließend an das Festessen ging unsere Reise weiter in Richtung Malawi-See, wo wir jetzt grad zu siebt sind und meinen Abschied und den Übergang zu Joe Berger als neuen CHISOMO-Leiter „feiern“ – mit gutem Essen (z.B. gebratenem Buntbarsch), Bibellesen, ein bisschen Reflektion und Plantschen!


Liebe Grüße,

Daniel.

Montag, 11. Juli 2011

Graduation - Absolvierungsfeier

Vorgestern, am Samstag, war es soweit: die letzte Schulabschlussfeier für uns hier in CHISOMO. Der gelungene Rahmen wurde von einer genialen und herausfordernden Predigt des Generalsekretärs der Malawischen Evangelischen Allianz gekrönt.



Ein weiterer Höhepunkt war, zumindest für mich, die Übergabe der Gesamtleitung hier an Joachim und Miriam Berger, unserer Nachfolger in CHISOMO.


Die Vorbereitungen für dieses Fest machten uns wie jedes Jahr sehr viel Spaß, trotz allem Stress. Schlachten, Herrichten der Räumlichkeiten, Kochen organisieren, letzte Geschenke, usw. – alles in allem zwei sehr anstrengende Tage, aber wie gesagt auch sehr erfüllende und spannende letzte Stunden mit den Studenten, die uns wie immer auch dieses Jahr wieder sehr ans Herz gewachsen sind.









Nach dem großen letzten Festmahl ging es für die Studenten auf große Fahrt mit dem Laster.


Möge unser guter Gott und HERR sie bewahren, gebrauchen und für viele Menschen in ihren Gemeinden und Dörfern zum Segen setzen. Bei der letzten Prüfung habe ich jedem Student beim Korrigieren diesen Vers aufs Blatt geschrieben, der meinen Wunsch für sie ausdrückt: „Treu ist ER, der euch ruft; ER wird‘s auch tun!“ (1.Tess. 5,24) AMEN!


Liebe Grüße,


Daniel.

Donnerstag, 7. Juli 2011

Die letzte Andacht ...

… für meine Studenten habe ich heute Morgen gehalten. 7:15 Uhr, wie gewöhnlich.


Was gibt man zum Abschluss seinen „Kindern“ mit auf den Weg, bevor sie das Haus verlassen (so ähnlich wird ein Schulabschluss hier gesehen)?


Ich entschied mich, ein schon eher angefangenes Thema zu vervollständigen: „Das Evangelische Selbstverständnis“ könnte man es auf Deutsch nennen. Es begann im Unterricht mit einem Lebensbild über Martin Luther, bei dem eine Seminaristin aus Bad Liebenzell vor ca. zwei Monaten die evangelische Rechtfertigungslehre (sola gratia, …) herausgearbeitet hatte. Unsere Grundlage. Danach fügte ich dann die Spannung an zwischen „Gerechter und Sünder zugleich“ sein (simul justus et peccator) in einer darauf folgenden Andacht. Unser Alltag. Nun richtete ich den Blick nach vorne: „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit!“, wie Paulus es im Kolosserbrief formuliert. Unserer Erwartung, unser Ziel. Mit und bei Jesus zu sein für immer, in seiner Herrlichkeit – keinen Hunger mehr, keine Armut, keine Sünde. Was kann es größeres geben?
Dass diese Herrlichkeit des Auferstandenen aber auch schon jetzt in unserem Leben mehr und mehr sichtbar wird, das wünsche ich mir und vor allem auch meinen „Kindern“. Dieses Jahr sind es 14 Männer, von denen 11 ihre Frauen und einen Teil der Kinder dabei haben. Eine ganz ordentliche Familie!





„Nicht, dass ich es schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; … und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus!“ (Paulus im Philipperbrief, Kap. 2,12-14)


Liebe Grüße,


Daniel.


PS: Übermorgen wird die Absolvierungsfeier sein. Großes Fest – dann große Stille auf der Station!

Donnerstag, 30. Juni 2011

Lästige Plage!

Zurzeit ist es (wieder) sehr extrem: nachts wachen wir immer mal wieder auf von nagenden und raschelnden Geräuschen. Das liegt daran, dass es sich einige Ratten in unserem Haus gemütlich gemacht haben. Da es in den letzten Wochen aber immer schlimmer wurde, mussten wir etwas unternehmen. So haben wir in den letzten drei bis vier Tagen 10 Ratten im Haus zur Strecke gebracht, große und kleine. Und dabei auch ein Nest ausgehoben, das mehr als eklig war. Schaut es euch selbst an:





Wo ist das wohl drin?



Richtig, in unserem Gasherd in der Küche.



Andere Ratten haben wir hinter dem Schuhschrank eingequetscht, und eine mussten wir von der Bürodecke holen, weil sie anfing zu verwesen und entsprechend zu stinken. Das kam daher, weil sie ein sehr kräftiges und extrem schnell wirkendes Gift gefressen hat, das man hier überall auf dem Markt kaufen kann und das sogar Menschen töten könnte.


Von diesem Gift hat auch mal unser lang gedienter Kater (7 J.) gefressen, und von da an „ward er nicht mehr gesehen“.


Krass, aber so ist Afrika.



Liebe Grüße,


Daniel.





Dienstag, 21. Juni 2011

Abschiedsfahrt

Am vergangenen Wochenende haben wir als Familie unseren ersten Abschiedsbesuch gemacht: bei Familie Volz in Zomba. Michael ist unser Teamleiter, Conny die fleißigste Kuchenbäckerin im Team und die Zwillinge die besten deutschen Freunde für unsere Mädels. So war es ein schönes, gesprächsreiches und erholsames Wochenende für uns alle. Am Samstagmittag waren wir auf dem Zomba-Plateau, um unser ferngesteuertes Segelboot das letzte Mal fahren zu lassen, bevor es für die weite Reise nach D. eingepackt wird. Das war auch toll, vor allem für Aaron, der das Boot vorher noch gar nicht bewusst gesehen hatte.





Am Sonntag hörten wir unserem „Chef“ bei seiner englischen Predigt in der Zomba Baptist Church zu und genossen danach ein leckeres Grillen im Hof Volz.





Wenn der bevorstehende Abschied nur überall so locker und lecker wäre! Nicht, dass wir uns nun schon von Fam. Volz verabschiedet hätten – wir werden sie noch ein paar Mal sehen. Es sind ja immerhin noch ganze fünf Wochen!



Liebe Grüße,


Daniel.






Mittwoch, 15. Juni 2011

Gestern abend konnte ich Ester schon wieder im Krankenhaus abholen. Sie ist nun wieder da, bei ihrer Familie. Zwar sind die Schmerzen nach wie vor noch sehr stark, so dass sie fast bei jedem Schlagloch auf unserer schlechten Straße gestöhnt hatte, aber daheim lässt es sich doch besser gesund werden. Ich hätte euch gerne ein Bild von dem noch immer sehr dick geschwollenen Bein gepostet, aber es gehört sich in Malawi nicht für eine Frau, dass sie ihre Beine zeigt. So müsst ihr es euch halt einfach vorstellen ...
Vielen Dank für alle Gebete. Gott hat erhört! Wir sind alle sehr froh, dass sie noch lebt und sie auf dem Weg der Besserung ist, obwohl das wahrscheinlich ein längerer Weg sein wird. Wahrscheinlich wird es einige Wochen dauern, bis sie gar nichts mehr spürt und keinerlei Einschränkungen mehr in der Bewegungsfreiheit hat. Danke für eure weiteren begleitenden Gebete.
Gott segne euch, auch im Namen von Ester,

Euer Daniel.

Montag, 13. Juni 2011

Schlangenbiss der Puffotter

Betet bitte für Ester M. Sie ist die Frau unseres theologischen Lehrers hier am CHISOMO-Zentrum. Gestern Nachmittag wurde sie von einer sehr giftigen Schlange gebissen, am Fuß. Sofort habe ich sie ins 80km entfernte Krankenhaus gefahren, so schnell bin ich noch nie gerast auf Malawis Straßen (140 km/h). Leider haben sie uns wie immer extrem träge aufgenommen und uns klar gemacht, dass sie die nötige Medizin nicht haben. Nicht einmal ausreichende Schmerzmittel. Mittlerweile hatte die Frau schon das vierte Mal gekotzt. Mir wurde es ganz anders. Nun ist sie im Krankenhaus, hat extreme Schmerzen an einem sehr dick angeschwollenen Bein. Ihr Mann war gestern gar nicht daheim, weil er sich um unartige Neffen kümmern musste in seinem Heimatdorf. So waren die Kinder der Familie alleine über Nacht auf CHISOMO - wurden aber von den anderen CHISOMO-Mitarbeiterfamilien bestens versorgt. Das ist christliche Nächstenliebe live! Betet bitte, dass die Schmerzen schnell nachlassen, sie bald wieder hierher nach Hause darf und dass Gott die ganze Familie in dieser harten Anfechtung segnet und bewahrt. Zum Glück ist ein Biss dieser Schlange (Puffotter) nur in ganz seltenen Fällen tödlich! Aber trotz allem extrem schmerzhaft, beängstigend und grausam.





Liebe Grüße, im Gebet verbunden,


Daniel.

Samstag, 4. Juni 2011

Saat und Ernte (3)

Und dieses Mal vor allem wieder Ernte! Gestern im Morgengrauen und -tau ging es mit Sicheln, Stöcken und Abdeckplane ins Reisfeld. Schneiden und Dreschen wird hier in Malawi alles zusammen auf dem Feld gemacht. So stelle ich mir meine Eltern als kleine Kinder bei der Getreideernte vor!


Ein paar der Studenten schneiden den Reis von Hand mit Sicheln.




Andere tragen ihn dann zum Dreschplatz, wo er mit Stöcken auf der Abdeckplane ausgeschlagen, gedroschen wird.





So ähnlich hat wohl mein Vater vor 65 Jahren im Weizenfeld ausgesehen!





Leider war die Ausbeute dieses Jahr wieder nur mäßig, weil wir es verpasst hatten, zur rechten Zeit noch einmal über das Feld zu gehen, um das Unkraut auszujäten. Aber immerhin ist etwas gewachsen, und dafür sind wir dankbar.






Diesen Dank unserem guten Gott gegenüber haben wir heute im CHISOMO-Gottesdienst bei unserem jährlichen Erntedankfest zum Ausdruck gebracht. Studenten, Mitarbeiter, Missionare und die Schule als solches brachten ihre Gaben in verschiedenster Form „dar“, die dann ähnlich der Liebenzeller „Erntegaben“ unserer EBCM-Kirchenleitung zugute kommen werden. Es kam ganz schön was zusammen: knapp 7 Säcke Mais, ein Sack Erdnuss, ein halber Sack Reis, ein klein wenig Bohnen und etwas Geld. Das zeigt, dass uns Gott durchaus sehr gesegnet hat.


Liebe Grüße,


Daniel.

Montag, 30. Mai 2011

Graben, graben, graben!

So hieß es letzte Woche, von Donnerstag bis Samstag! Wir hatten in den vergangenen Wochen schon gemerkt, dass der Wasserdruck in unseren Häusern immer schwächer wurde, aber als dann das Wasser ganz weg blieb und nur noch sporadisch kam, musste etwas unternommen werden.






Da es aber für CHISOMO keine Pläne gibt, aus denen entnommen werden kann, wo die Wasserleitungen verlaufen, blieb uns nur, den Leitungen entlang zu graben und so lange weiterzumachen, bis das Problem gefunden ist. Aus meiner Erfahrung der letzten Jahre vermutete ich, dass sich wieder irgendwo Wurzeln in ein brüchiges Rohr eingewachsen haben und so das Rohr verstopfen.




Nach drei Tagen meterlangem Graben, ein paar anderen Problemen und neuen Rohrverbindungen, die Joe extra am Freitag in Blantyre besorgt hatte und viel vergossenem Schweiß war dann endlich der Grund für den Wasserstopp gefunden: Das Rohr verlief genau unter einem Baum durch, dessen Wurzeln das Rohr eingeklemmt hatten. Also musste der Baum weg. Mit Axt, Hacken und unserem starken Landcruiser schafften wir es schließlich kurz vor Einbruch der Dunkelheit am Samstagabend.










Im Schein von zwei Taschenlampen montierten wir ein neues Stück Rohr ein und freuten uns sehr, dass die Stelle gleich dicht wurde. Das ist nicht immer so einfach und selbstverständlich. Die Rohre, die auf CHISOMO verlegt sind, gibt es mittlerweile gar nicht mehr, und so ist es immer ein Basteln und Pfriemeln und Improvisieren, wenn einmal was kaputt ist und erneuert werden muss.



Nun ist der Wasserdruck im Haus wieder normal und wir brauchen die Klospülkästen nicht mehr mit Eimern auffüllen. Wie schön ist doch der Komfort von fließendem Wasser!



Unsere Kollegin Marion fragte Rita am Samstagabend wohl, was man als Missionar in CHISOMO denn machen würde, wenn man handwerklich nicht begabt wäre? Das weiß ich auch nicht! Zwei rechte Hände sind halt schon ein großer Segen hier!



Liebe Grüße,

Daniel.

Dienstag, 24. Mai 2011

Der Mann mit der Maske ...

… kam in letzter Zeit regelmäßig bei uns vorbei! Beim ersten Besuch hier sah er krass aus, wie wenn er in eine Schlägerei verwickelt gewesen wäre und übel zugerichtet wurde: Auge geschwollen, das halbe Gesicht eine offene Wunde! Aber der Mann ist kein Schläger. Er hatte lediglich einen dummen Unfall mit dem Fahrrad und bremste unglücklich mit dem Kopf! So kam er dann her und bat um Hilfe, weil Rita mittlerweile kilometerweit bekannt dafür ist, dass sie viel besser die Wunden verbindet als die Krankenhäuser unserer Gegend. Seine erste Verbandmaske sah dann so aus:






Rita nahm sich mehrmals dann in Abständen von jeweils ein paar Tagen die Zeit, die ganzen Pflaster wieder abzunehmen, die Wunden zu salben und dann wieder mit neuem Verband zu schützen. Auf dem Bild hier hat sie lediglich noch ein kleines Pflaster nachgebessert, das sich wieder löste. Sonst trägt sie bei solchen Arbeiten immer Gummischutzhandschuhe.






Nach knapp zwei Wochen sah das Gesicht dann wieder fast ganz hergestellt aus, und der Mann war sehr fröhlich und dankbar für die Hilfe. Für uns wird er immer im Gedächtnis bleiben als „der Mann mit der Maske“, der sehr freundlich und dankbar war und immer viel gelacht hat bei seinen Besuchen hier. Anfangs tat ihm das Lachen weh im Gesicht, und wir lachten mitleidig mit, aber am Ende war es ein ausnahmslos fröhliches und dankbares Lachen.




Gut, wenn man Hilfe findet. Und gut, wenn man helfen kann und die nötigen Salben und Pflaster hat. Danke allen, die uns dabei in den letzten Jahren so toll unterstützt haben!



Liebe Grüße,


Daniel.

Donnerstag, 12. Mai 2011

Gefährliches Ungeziefer

Vor ein paar Tagen, als Rita Aaron zum Vormittagsschläfchen in unser Bett legen will, sieht sie „zum Glück“ vorher noch einmal kurz auf die Matratze. Da liegt doch tatsächlich genau auf dem Platz, wo normalerweise Aarons Kopf ist, ein kleiner Skorpion. Zuerst denkt sie, dass er tot ist, denn manchmal fliegen tote Skorpione aus unserem Grasdach. Aber warum ist er dann im Bett und nicht oben auf dem Moskitonetz? Weil er eben nicht tot ist, sondern lebt und auf einmal davon krabbeln will. Rita bringt ihn zur Strecke, und mit ein wenig klopfendem Herzen und einem Dankgebet legt sie Aaron hin.






zwar nur eine Rumpflänge von ca. 10-15 mm, aber dafür ein extrem starkes Nervengift, das einem Erwachsenen schon für mehrere Wochen ein taubes Gefühl an und rund um die Einstichstelle beschert.


Eine Woche davor bei unserer Kollegin Marion im Haus: Beim gemütlichen Zusammensitzen mit Besuchern am Abend sehen sie aus den Augenwinkeln etwas am Boden kriechen. Beim genaueren Hinsehen entdecken sie eine kleinere Schlange, die sich schnell unter dem Esszimmerschrank versteckt. Als sie sich nach einer Weile wieder heraus traut, versuchen sie, sie zu erschlagen. Gewöhnlich nehmen wir für solche Aktionen Schrubber, Besen oder sonst ein Küchengerät, das gerade zur Hand ist. Die Schlange stellt sich auf, faucht und verkriecht sich wieder hinterm Schrank. Beim erneuten Fluchtversuch durch das Zimmer bringen die Damen sie zur Strecke.



Am nächsten Morgen helfe ich beim Identifizieren. Es ist eine „Mozambique Spitting Cobra“ – sehr gefährlich. Laut unserem Schlangenposter eine der gefährlichsten Arten hier, mit drei roten Punkten markiert (mehr gibt es nicht!). Als Cobra kann sie sich aufstellen und zur Einschüchterung den Hals breit machen, als Spuckschlange spuckt sie dem Opfer lähmendes Gift in die Augen, um es leichter greifen zu können. Spucken können die anscheinend recht treffsicher innerhalb von zwei Metern. Da wir nah an der Grenze zu Mosambik leben, ist sie auch in unserer Gegend hier heimisch. „Zum Glück“ ist nichts passiert!





Zwar war sie nur klein, d.h. noch nicht ausgewachsen, aber gefährlich ist sie dennoch! Vielen Dank für alle euren uns ständig begleitenden Gebete um Bewahrung und Schutz!



Übrigens, wusstet ihr, dass einer der vielen Namen Gottes „zum Glück“ ist?



Liebe Grüße, Daniel.

Donnerstag, 5. Mai 2011

Also, ...

... sie haben mich gefragt. Und nun heißt er tatsächlich Chisomo! So wird er nun seine Eltern in Zukunft immer an ihre Zeit hier bei uns auf der Bibelschule CHISOMO erinnern und daran, dass wir alle aus Gnade leben. Das Chichewa-Wort "Chisomo" bedeutet nämlich auf Deutsch "Gnade".




Liebe Grüße aus CHISOMO und von Chisomo,

Daniel.

Montag, 2. Mai 2011

CHISOMO plus 1

„Pastor, komm schnell, eine der Studentenfrauen will gesund werden!“ So ruft mich einer der Nachtwächter vorletzte Nacht um 2.00 Uhr aus dem Schlaf. „Will gesund werden“ sagt man hier in Malawi für „die Geburt geht los!“. Es ist also soweit, und wie fast jedesmal: mitten in der Nacht. So stehe ich auf, ziehe mich an und starte das Auto, um die Frau mit ein paar anderen Studentenfrauen als Begleitung zum 3km entfernten Krankenhaus zu fahren. Den Mann nehme ich auch mit, aber natürlich nur als Fahrtbegleiter, denn er kommt wieder mit mir zurück. Eine Geburt ist nach dorfmalawischem Verständnis Frauensache, da haben Männer nichts dabei verloren.


Heute, etwas mehr als 24 Stunden nach der Geburt, konnten wir die Frau wieder abholen. Dieses Mal waren auch die zwei großen Schwestern des neugeborenen Jungen dabei.






In CHISOMO angekommen werden wir von den Studentenfrauen und Kindern fröhlich empfangen. Alle freuen sich, dass ein gesundes Kind geboren wurde.



Am Haus, in dem die Familie wohnt, angekommen, gibt es erst einmal eine Fotosession. Bisher habe ich den Kleinen auch noch nicht gesehen, er war zu gut eingepackt! Aber fürs Foto wird er entblößt.









Bevor ich mich als Fahrer wieder zurückziehe (außer dem Vater bin ich der einzige Mann bei diesem Empfang und fühle mich irgendwie komisch), bitte ich noch die Studentenfrauenklassensprecherin, ein Gebet zu sprechen. Dank und Freude kommen auch vor Gott zum Ausdruck, und die Bitte um Seinen Segen.




Schön, dass alles gut gegangen ist und wir in CHISOMO nun einen gesunden Bewohner mehr haben.



Ach so, wie er heißt, der Kleine? Das weiß man noch nicht. Das hat noch Zeit. Der Name wird sich in den nächsten Tagen schon noch finden! Wenn sie mich fragen, würde er Chisomo heißen. Das passt doch irgendwie.



Liebe Grüße, Daniel.