Vor ein paar Tagen, als Rita Aaron zum Vormittagsschläfchen in unser Bett legen will, sieht sie „zum Glück“ vorher noch einmal kurz auf die Matratze. Da liegt doch tatsächlich genau auf dem Platz, wo normalerweise Aarons Kopf ist, ein kleiner Skorpion. Zuerst denkt sie, dass er tot ist, denn manchmal fliegen tote Skorpione aus unserem Grasdach. Aber warum ist er dann im Bett und nicht oben auf dem Moskitonetz? Weil er eben nicht tot ist, sondern lebt und auf einmal davon krabbeln will. Rita bringt ihn zur Strecke, und mit ein wenig klopfendem Herzen und einem Dankgebet legt sie Aaron hin.

zwar nur eine Rumpflänge von ca. 10-15 mm, aber dafür ein extrem starkes Nervengift, das einem Erwachsenen schon für mehrere Wochen ein taubes Gefühl an und rund um die Einstichstelle beschert.
Eine Woche davor bei unserer Kollegin Marion im Haus: Beim gemütlichen Zusammensitzen mit Besuchern am Abend sehen sie aus den Augenwinkeln etwas am Boden kriechen. Beim genaueren Hinsehen entdecken sie eine kleinere Schlange, die sich schnell unter dem Esszimmerschrank versteckt. Als sie sich nach einer Weile wieder heraus traut, versuchen sie, sie zu erschlagen. Gewöhnlich nehmen wir für solche Aktionen Schrubber, Besen oder sonst ein Küchengerät, das gerade zur Hand ist. Die Schlange stellt sich auf, faucht und verkriecht sich wieder hinterm Schrank. Beim erneuten Fluchtversuch durch das Zimmer bringen die Damen sie zur Strecke.
Am nächsten Morgen helfe ich beim Identifizieren. Es ist eine „Mozambique Spitting Cobra“ – sehr gefährlich. Laut unserem Schlangenposter eine der gefährlichsten Arten hier, mit drei roten Punkten markiert (mehr gibt es nicht!). Als Cobra kann sie sich aufstellen und zur Einschüchterung den Hals breit machen, als Spuckschlange spuckt sie dem Opfer lähmendes Gift in die Augen, um es leichter greifen zu können. Spucken können die anscheinend recht treffsicher innerhalb von zwei Metern. Da wir nah an der Grenze zu Mosambik leben, ist sie auch in unserer Gegend hier heimisch. „Zum Glück“ ist nichts passiert!

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