Mittwoch, 31. März 2010

Ferien!

Für Grund- und Bibelschüler in CHIOSOMO. Diese Woche vor Ostern sind Ferien angesagt bei uns. Die Bibelschüler haben den zweiten von drei Schulterms hinter sich, Anna hat das dritte Quartal mit Sebastian, ihrem Lernhelfer, beendet. Da hat man doch Ferien und Urlaub am See verdient!


Zudem, wenn Gäste aus Deutschland da sind. Sebastians Familie und Freunde sind da, und somit hat Anna gleich zwei Wochen frei. Das gibt auch der Betreuungslehrerin der Deutschen Fernschule in Deutschland etwas Zeit, die eingesandten Tests und Arbeiten zu bewerten.


Nach den Ferien wird es dann in den Endspurt gehen, bis wir in die „großen Ferien“ nach Hause kommen, um unseren Familienzuwachs zu begrüßen. Rita wird mit Kathi und Lara Ende April fliegen, Daniel und Anna werden Mitte Juni nachkommen. Zusammen wollen wir dann den Sommer in Deutschland genießen, Feste feiern (Geburt, runde Geburtstage unserer Mütter, Hochzeit eines Freundes, Grillen, Grillen, Grillen). Bis dahin muss es aber wie gesagt noch mit Hochdruck in die dritte Runde gehen:



Ganz liebe Grüße vom Malawisee,

Daniel.

Mittwoch, 24. März 2010

Wie im Paradies!

Was ist das, was man da auf dem Bild unten sieht?


Für uns ist es hauptsächlich „Saftmaterial“. Denn was für viele in Deutschland auf dem Land im Herbst die Äpfel sind, sind hier für uns Maracujas (Passionsfrucht). Zurzeit ernten wir täglich so um die 40 bis 60 Früchte! Und 10 bis 12 davon reichen für zwei Liter leckersten Saft! Das ist doch wirklich paradiesisch, oder? Ich mache mir seit letztem Jahr den Spaß, dass ich alle Früchte grob zusammen zähle; und so kamen wir 2009 auf sage und schreibe 1460 Exemplare. Und das Beste ist: sie fallen von alleine von den „Bäumen“, wenn sie reif sind. Denn sie wachsen recht hoch, an Ranken ähnlich dem Wein, am allerbesten an anderen Bäumen entlang „schmarotzt“. So braucht man sie nur morgens und abends aufzulesen, zu öffnen und die Kerne durch die Flotte Lotte zu drehen, Wasser und Zucker dran und – Mm!


Das ist die Ernte von zwei Tagen! Klar, dass wir das nicht alles selbst verbrauchen können. Es freuen sich die Nachbarn mit!

Und das ist auch paradiesisch:


Dieser ganze Korb voll Bananen, es sind 147 Stück, für nur 4,50 EURO. So billig ist es nicht mal bei Aldi! Und das war noch ein „Mitleidspreis“ – eigentlich wäre die Hälfte üblich!

Für uns ist es vor allem ein riesiges Vorrecht, für unseren HERRN hier in Malawi unterwegs sein zu dürfen. Maracuja, Bananen, Guava, Mango, Papaya, Zitrusfrüchte und noch manch anderes Obst, von dem wir gar keine deutschen oder englischen Namen wissen – das alles ist recht guter Ersatz für Joghurt, Quarkspeise, deutsche Äpfel, …, an dem Ihr euch erfreut!

Liebe Grüße,
Daniel

Dienstag, 16. März 2010

Hoher Besuch in CHISOMO

Immer mal wieder kommt „hoher Besuch“ nach CHISOMO, allerdings in ganz spezieller Form. So durften wir während des letzten Schuljahres z.B. öfters den amerikanischen Präsidenten in unserem Schulgottesdienst begrüßen – als Begleiter der Ehefrau eines unserer Studenten:


Weniger erfreut allerdings waren wir über diesen Besucher, den der Sohn eines Mitarbeiters immer wieder zum Gottesdienst mitbrachte:


In diesem weiteren Zusammenhang schockierte uns noch mehr der Wickelrock einer Studentin, auf dem tatsächlich das brennende World Trade Center abgebildet war, nebst dem Portrait des stolzen Verbrechers:

Es ist traurig, wie stark hier politische und religiöse Propaganda gemacht wird, und wie dazu die unwissende, arme Bevölkerung afrikanischer Länder missbraucht wird. Tücher und Stoffe werden zu billigen Preisen auf den Märkten verkauft, und einem durchschnittlichen Bewohner auf dem Land ist mehr als egal, was auf seinen Kleidern abgedruckt wird. Hauptsache bunt!
Lustiger, oder zumindest nicht so schockierend ist dann eher das Endergebnis unserer Altkleidersammlungen in der westlichen Welt. Da ist dann schon mal sowas zu sehen:


Einer unserer Studenten trug dieses T-Shirt sonntags immer als „Unterhemd“:


Unser letzter Fund habe ich vorige Woche dieser Studentin „abgenommen“ – auch wieder ein Sonntags-T-Shirt, weil das einzige weiße!


Auf der Rückseite steht die weibliche Entsprechung geschrieben. Mittlerweile „sammeln“, bzw. tauschen wir solche Unmöglichkeiten ein (gegen ein neutrales, i.d.R. hochwertigeres Kleidungsstück), denn außer bei dem Obama-Rock hatte natürlich keine der Personen gewusst, was sie auf den Kleidern herumtragen. Der Teufel braucht sich ja nicht über Gottes Kinder lustig machen, nur weil sie nicht (in andern Sprachen) lesen können!

Da freuen wir uns viel mehr über das T-Shirt eines unserer Schreinerlehrer!


Da können wir nur sagen: Wir auch!

Liebe Grüße,
Daniel.

Dienstag, 9. März 2010

Wenn Kinder so gespannt zuhören…


… dann ist nicht etwa der CHISOMO Kids Club super, sondern dann hat ein Student vieles aus dem Predigtlehre-Unterricht umgesetzt! Ganz zur Freude und Zufriedenheit seines Lehrers!
Im momentanen Trimester unterrichte ich tatsächlich Homiletik, was in unserer Partnerkirche Evangelical Baptist Church of Malawi (E.B.C.M.) (und wahrscheinlich nicht nur da) sehr wichtig ist. Denn viele Redner verwechseln Vollmacht mit Lautstärke, Zuspitzung mit der Warnung vor den Hauptsünden wie Alkoholtrinken und Rauchen und Veranschaulichung mit einem erhobenen Zeigefinger. Es ist immer wieder auch erstaunlich, auf welche interessanten Vergleiche und Deutungen von Geschichten und deren für uns oft Nebensächlichkeiten die Geschwister hier kommen. Warum zum Beispiel war der Esel, den die Jünger im Auftrag Jesu für ihn in Jerusalem besorgen sollten, angebunden? Spontane Antwort: damit er nicht wegläuft. Weit gefehlt! Er ist angebunden gewesen als Verdeutlichung dafür, wie viele Menschen heute in Sünde und Bosheit verstrickt und gebunden sind. Die Jünger kamen, um ihn loszubinden und ihn zum Herrn zu bringen. Genauso ist es auch unser Auftrag heute, gebundene Menschen zu Jesus zu bringen, damit sie frei werden. Das ist klar – nur ist das auch die Aussage des Bibeltextes zum Einzug Jesu in Jerusalem?
Nun, worüber aber hat sich der Lehrer so sehr gefreut und warum war der Junge so gespannt dabei in der Morgenandacht neulich? Weil der Student seine kräftige Stimme mäßig eingesetzt hatte; weil er versuchte, den Kerngedanken des Bibeltextes zu erläutern und weil er eine geniale Veranschaulichung fand und sie gekonnt einsetzte. Ist doch schön, wenn man „Frucht“ – hier in Form von Maiskolben – seiner Arbeit und Mühe sehen darf!


„Der HERR ist gut, in dessen Dienst wir stehn!“
Daniel.

Dienstag, 2. März 2010

Hühnerdieb gefasst!

Immer wieder kommt es vor, dass plötzlich eins der Hühner fehlt, vor allem von den kleineren oder den Küken. Manchmal ist es irgendwo wieder zu finden – tot! Oder auch nur ein paar Reste der Federn. Dann ist allerdings klar, dass der Dieb kein hungriger Jugendlicher war, sondern eher ein Vierbeiner, eine Schlange oder ein Raubvogel.

Solch ein Hühnerdieb wurde vor ein paar Tagen in unserem Dorf gefasst, sogar mehr noch. Man muss schon sagen: brutal zu Tode geschlagen. Ein paar halbstarke Jungs aus der Nachbarschaft kamen mit der Beute „an der Leine“ vorbei – schaut es euch selbst an.





Solch ein Geschöpf nennt man hier „Ngazi“, zu deutsch (Nil-)Waran oder Riesenechse. Für uns Menschen sind sie nicht gefährlich, obwohl sie auf den ersten Blick so aussehen. Um so mehr aber für die lieben Haustierchen. Sogar Eier klauen sie gerne. Ganz stolz zogen diese Jungs nun ihre Beute hinter sich her durchs ganze Dorf und kamen auch zu uns nach CHISOMO. Wäre das Tier noch lebendig, würden sie aber bestimmt ein paar Meter Sicherheitsabstand halten. Denn erlegt hat es auf jeden Fall ein Erwachsener. Nun aber, wo der Räuber tot ist, spielen die Jungs gerne die Helden. Ob sie den Waren auch mal anfassen würden? Nie im Leben! Nur fürs Foto trauten sie sich so nahe ran.





Schon interessant, was man hier in Malawi so alles zu sehen bekommt. Solch ein großes, ausgewachsenes Prachtexemplar sieht man allerdings nicht alle Tage – aber wenn man es sieht, ist es besser, man hat einen guten Stock zur Hand.


Für alle die, in denen bei solchen Geschichten und Bildern der Tierschützer erwacht: zumindest diesen hier haben nicht wir vernichtet. Und: es gibt noch (zu) viele seiner Art. Also besteht kein Grund zur Sorge!


Liebe Grüße,


Daniel.