Donnerstag, 30. Juni 2011

Lästige Plage!

Zurzeit ist es (wieder) sehr extrem: nachts wachen wir immer mal wieder auf von nagenden und raschelnden Geräuschen. Das liegt daran, dass es sich einige Ratten in unserem Haus gemütlich gemacht haben. Da es in den letzten Wochen aber immer schlimmer wurde, mussten wir etwas unternehmen. So haben wir in den letzten drei bis vier Tagen 10 Ratten im Haus zur Strecke gebracht, große und kleine. Und dabei auch ein Nest ausgehoben, das mehr als eklig war. Schaut es euch selbst an:





Wo ist das wohl drin?



Richtig, in unserem Gasherd in der Küche.



Andere Ratten haben wir hinter dem Schuhschrank eingequetscht, und eine mussten wir von der Bürodecke holen, weil sie anfing zu verwesen und entsprechend zu stinken. Das kam daher, weil sie ein sehr kräftiges und extrem schnell wirkendes Gift gefressen hat, das man hier überall auf dem Markt kaufen kann und das sogar Menschen töten könnte.


Von diesem Gift hat auch mal unser lang gedienter Kater (7 J.) gefressen, und von da an „ward er nicht mehr gesehen“.


Krass, aber so ist Afrika.



Liebe Grüße,


Daniel.





Dienstag, 21. Juni 2011

Abschiedsfahrt

Am vergangenen Wochenende haben wir als Familie unseren ersten Abschiedsbesuch gemacht: bei Familie Volz in Zomba. Michael ist unser Teamleiter, Conny die fleißigste Kuchenbäckerin im Team und die Zwillinge die besten deutschen Freunde für unsere Mädels. So war es ein schönes, gesprächsreiches und erholsames Wochenende für uns alle. Am Samstagmittag waren wir auf dem Zomba-Plateau, um unser ferngesteuertes Segelboot das letzte Mal fahren zu lassen, bevor es für die weite Reise nach D. eingepackt wird. Das war auch toll, vor allem für Aaron, der das Boot vorher noch gar nicht bewusst gesehen hatte.





Am Sonntag hörten wir unserem „Chef“ bei seiner englischen Predigt in der Zomba Baptist Church zu und genossen danach ein leckeres Grillen im Hof Volz.





Wenn der bevorstehende Abschied nur überall so locker und lecker wäre! Nicht, dass wir uns nun schon von Fam. Volz verabschiedet hätten – wir werden sie noch ein paar Mal sehen. Es sind ja immerhin noch ganze fünf Wochen!



Liebe Grüße,


Daniel.






Mittwoch, 15. Juni 2011

Gestern abend konnte ich Ester schon wieder im Krankenhaus abholen. Sie ist nun wieder da, bei ihrer Familie. Zwar sind die Schmerzen nach wie vor noch sehr stark, so dass sie fast bei jedem Schlagloch auf unserer schlechten Straße gestöhnt hatte, aber daheim lässt es sich doch besser gesund werden. Ich hätte euch gerne ein Bild von dem noch immer sehr dick geschwollenen Bein gepostet, aber es gehört sich in Malawi nicht für eine Frau, dass sie ihre Beine zeigt. So müsst ihr es euch halt einfach vorstellen ...
Vielen Dank für alle Gebete. Gott hat erhört! Wir sind alle sehr froh, dass sie noch lebt und sie auf dem Weg der Besserung ist, obwohl das wahrscheinlich ein längerer Weg sein wird. Wahrscheinlich wird es einige Wochen dauern, bis sie gar nichts mehr spürt und keinerlei Einschränkungen mehr in der Bewegungsfreiheit hat. Danke für eure weiteren begleitenden Gebete.
Gott segne euch, auch im Namen von Ester,

Euer Daniel.

Montag, 13. Juni 2011

Schlangenbiss der Puffotter

Betet bitte für Ester M. Sie ist die Frau unseres theologischen Lehrers hier am CHISOMO-Zentrum. Gestern Nachmittag wurde sie von einer sehr giftigen Schlange gebissen, am Fuß. Sofort habe ich sie ins 80km entfernte Krankenhaus gefahren, so schnell bin ich noch nie gerast auf Malawis Straßen (140 km/h). Leider haben sie uns wie immer extrem träge aufgenommen und uns klar gemacht, dass sie die nötige Medizin nicht haben. Nicht einmal ausreichende Schmerzmittel. Mittlerweile hatte die Frau schon das vierte Mal gekotzt. Mir wurde es ganz anders. Nun ist sie im Krankenhaus, hat extreme Schmerzen an einem sehr dick angeschwollenen Bein. Ihr Mann war gestern gar nicht daheim, weil er sich um unartige Neffen kümmern musste in seinem Heimatdorf. So waren die Kinder der Familie alleine über Nacht auf CHISOMO - wurden aber von den anderen CHISOMO-Mitarbeiterfamilien bestens versorgt. Das ist christliche Nächstenliebe live! Betet bitte, dass die Schmerzen schnell nachlassen, sie bald wieder hierher nach Hause darf und dass Gott die ganze Familie in dieser harten Anfechtung segnet und bewahrt. Zum Glück ist ein Biss dieser Schlange (Puffotter) nur in ganz seltenen Fällen tödlich! Aber trotz allem extrem schmerzhaft, beängstigend und grausam.





Liebe Grüße, im Gebet verbunden,


Daniel.

Samstag, 4. Juni 2011

Saat und Ernte (3)

Und dieses Mal vor allem wieder Ernte! Gestern im Morgengrauen und -tau ging es mit Sicheln, Stöcken und Abdeckplane ins Reisfeld. Schneiden und Dreschen wird hier in Malawi alles zusammen auf dem Feld gemacht. So stelle ich mir meine Eltern als kleine Kinder bei der Getreideernte vor!


Ein paar der Studenten schneiden den Reis von Hand mit Sicheln.




Andere tragen ihn dann zum Dreschplatz, wo er mit Stöcken auf der Abdeckplane ausgeschlagen, gedroschen wird.





So ähnlich hat wohl mein Vater vor 65 Jahren im Weizenfeld ausgesehen!





Leider war die Ausbeute dieses Jahr wieder nur mäßig, weil wir es verpasst hatten, zur rechten Zeit noch einmal über das Feld zu gehen, um das Unkraut auszujäten. Aber immerhin ist etwas gewachsen, und dafür sind wir dankbar.






Diesen Dank unserem guten Gott gegenüber haben wir heute im CHISOMO-Gottesdienst bei unserem jährlichen Erntedankfest zum Ausdruck gebracht. Studenten, Mitarbeiter, Missionare und die Schule als solches brachten ihre Gaben in verschiedenster Form „dar“, die dann ähnlich der Liebenzeller „Erntegaben“ unserer EBCM-Kirchenleitung zugute kommen werden. Es kam ganz schön was zusammen: knapp 7 Säcke Mais, ein Sack Erdnuss, ein halber Sack Reis, ein klein wenig Bohnen und etwas Geld. Das zeigt, dass uns Gott durchaus sehr gesegnet hat.


Liebe Grüße,


Daniel.