Dienstag, 23. Februar 2010

Bala!

Das ist einer der am häufigsten zu hörenden Ein-Wort-Sätze zurzeit bei uns an der Tür. Vor allem nachmittags. Manche machen es ein wenig deutlicher: kumatitsa bala! Das heißt so viel wie „Wunde verbinden“ und bedeutet ausführlich: „Ich bin gekommen, dass Sie mir (oder meinem Kind) bitte die Wunde verbinden.“


Mit zunehmender Länge der Regenzeit werden es immer mehr Menschen, die über einen gewissen Zeitraum täglich kommen, um sich von Rita vom kleinen Pflaster bis zum richtigen Verband „fachmännisch“ helfen zu lassen. Denn eine Mama kann ja so was, zumindest an ihren eigenen Kindern. Und die kommen auch öfters mit ihren Wunden. Aber da Rita hier ja von allen mit „Mama“ angesprochen wird, kann sie das auch für andere tun. Vor allem auch für die vielen Kinder vom Kids Club – am Freitagabend wird sie oft von bis zu 40 Kindern umringt, die sich Pflaster auf ihre mabala kleben lassen. Wie gut, dass Besucher uns immer wieder mal mit Pflaster-Nachschub aus Deutschland versorgen, und auch aus so manch einem Päckchen kamen schon welche. Und falls wieder einmal irgendwo ein Krankenhaus aufgelöst werden sollte: wir nehmen die übrigen Pflaster! (Sorry Matthias!)
Doch so manche Wunde wird nach zu langem Warten in der zurzeit tropischen Feuchtigkeit zu einem riesigen Eitergebilde, für das eine Durchschnittsmama schon lange nicht mehr qualifiziert ist. Doch durch viel Erfahrung und auch vor allem durch echte fachmännische Beratung ist Rita mittlerweile fast jeder noch so großen Wunde gewachsen. Vorsicht, das Bild ganz unten ist vielleicht nicht für jeden Betrachter geeignet!!
Danke für eure vielfältige Hilfe bei unserer Arbeit. Der indirekte Dank von Jesus gilt somit auch euch Pflasterschickern, denn in diesem Sinne sehen wir unser Hier sein: „Was ihr einem von diesen meinen geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr mir getan.“ Jesus in Matthäus 25,40.


Daniel.

Dienstag, 16. Februar 2010

Regen macht froh – und dankbar!

…zumindest hier bei uns. Denn in Malawi ist Regenwetter gutes Wetter!
In den letzen Wochen kamen immer mal wieder Gebetsemails und Anliegen von hier nach Deutschland, worin durch verschiedene Kollegen aus unserem Malawiteam um Fürbitte für anhaltenden Regen, bzw. um eine gute Ernte für diese Saison gebeten wurde.



Für CHISOMO und Umgebung können wir sagen: Gott hat Gebete erhört! In den letzen Wochen hat es immer mal wieder geregnet, in den letzen paar Tagen sogar recht viel. Der „Dambo“ – das sind die Felder, die in Fluss- oder Bachnähe liegen und für den Reisanbau verwendet werden – beginnt nun, sich langsam mit Wasser zu füllen. Ohne stehendes Wasser kann Reis darin nicht wachsen. In den kommenden Wochen also kann der Reis, der bisher vorbereitend nur in Beeten ausgesät wurde, umgepflanzt werden.
Und auch für die Maisernte sieht es in unserer Gegend nicht ganz schlecht aus. Entgegen vielen (pessimistischen?, ungläubigen?) Prognosen werden die Menschen hier einiges ernten. Kostproben davon kamen diese Woche schon mehrmals als Geschenk ins Haus: ein paar Zapfen „grüner Mais“, der, noch weich, entweder gekocht oder auf dem Feuer gegrillt und mit Salz bestreut äußerst lecker schmeckt!

Vielen Dank also für eure Gebete! Doch betet bitte noch weiter für mehr Regen, vor allem für die Landstriche Malawis, in denen das nötige Wasser noch fehlt. Im Ganzen gesehen ist die Regenzeit dieses mal mit seiner Hauptniederschlagszeit sehr spät. Das Klima verändert sich – aber das braucht man ja wohl dieser Tage in Deutschland niemandem sagen!

Liebe Grüße,
Daniel

Dienstag, 9. Februar 2010

ckc – CHISOMO Kids Club


Freitag, halb vier Uhr nachmittags. Die Schulglocke läutet. Kinder strömen aus allen Richtungen. Viele hängen aber schon seit über einer Stunde auf dem CHISOMO Schulgelände rum, weil sie es nicht erwarten können, denn es ist wieder soweit: Zeit für den CHISOMO Kids Club.

Das Singen gleicht manchmal eher lautem Gegröle, aber die meisten Kinder sind deutlich erkennbar voll begeistert dabei. Auch bei der biblischen Geschichte sind sie immer wieder ganz Ohr. Allerdings ist Jimmy, meine Handpuppe, nicht allen Kindern ganz geheuer. Da kann es, vor allem bei den ganz Kleinen, schon mal zu ängstlichen Tränen kommen. Deshalb darf Jimmy auch nicht jeden Feitag mit.



Bis hierher ist alles gut gelaufen. Doch jetzt wird es spannend, denn was spielt man mit 60 – 80 Kindern auf einmal? Manches mal hatten wir schon bis zu über einhundert Kinder im Alter von 1 bis 14 Jahren! Da kommt uns manche Jungschartag-Erfahrung zugute, denn oft gleicht unser Kids Club eher einem solchen Event als einer Wochenveranstaltung. Geregelte Kinderkreise gibt es leider nicht in den umliegenden Gemeinden, so kommen alle zu uns. Da sind wir sehr froh, in Flanki, Taolayi und Pasonje drei einheimische motivierte und lernbereite junge Mitarbeiter zu haben, die den CHISOMO Kids Club zu ihrer Sache gemacht haben. Mit Joe + Miri Berger und Sebastian zusammen sind wir ein starkes Team.
Vielen Dank für eure Gebetsunterstützung! Außer den Kindern unserer Studenten und Angestellten kommen so gut wie alle aus „nichtchristlichen“ Familien. Eine Riesenchance!



Bild: ein einfacher Staffellauf verursacht riesige Begeisterung!

Daniel.

Dienstag, 2. Februar 2010

Liebenzell Malawi immer internationaler


Vergangene Woche waren unsere Chefs hier: Martin Auch (Direktor Bereich Weltmission), Rainer Großmann (Referat Süd = Zweidrittelweltländer) und Thomas Eisinger (Stellvertretender Seminardirektor). Nach ihrem Besuch in CHISOMO von Donnerstag auf Freitag waren wir fürs Wochenende zusammen mit ihnen und dem ganzen, mittlerweile recht großen LMI Malawi Team am Malawisee.
Gespräche über die Zukunft, sowohl persönlich als auch arbeitsmäßig, Bibelarbeit, angeleitetes Nachdenken über unsere Persönlichkeitsprofile und Teamstruktur, Predigt, Abendmahl – alles hat uns sehr gut getan und uns wieder einmal gezeigt: die Liebenzeller Mission ist eine große Familie, in der ein Chef wie ein Vater und Bruder ist. Das ermutigt und motiviert für die Arbeit hier in der „Pampa“. Apropos Pampa: „Vater“ und „Brüder“ waren auf interessanter Jagd in CHISOMO!


Übrigens: die nette Familie ganz oben ist nicht etwa eine malawische, sondern eine Manuesische (= aus Manus, Papua Neuguinea), die seit zwei Wochen unser LMI Malawi Team bereichert. Sie sind von ihrer Kirche in Manus zu unserer Partnerkirche hier in Malawi gesandt, um für einige Jahre hier als Missionare mitzuarbeiten. Eine gewaltige Herausforderung – für sie und auch für uns als Team.


Daniel.