Montag, 29. November 2010

Saat und Ernte (1)

Endlich hat es geregnet! Regen ist dieser Tage das Ereignis schlechthin, auf das alle warten und über das alle reden. Insgesamt regnete es zwar schon drei oder vier Mal, aber leider bisher immer nur ganz wenig – zu wenig, um auszusäen.

Aber letzten Donnerstag dann haben wir es dann doch gewagt, hier auf CHISOMO zu säen. Zuerst die Schulfelder, dann alle kleinen Felder der Studenten. Der Regen am Abend davor war eigentlich noch nicht ausreichend, und so war es ein Säen auf Hoffnung.


(die Männer gehen mit den Hacken voraus und machen die Löcher)



(die Frauen kommen mit der Saat hinterher, säen und schließen die Löcher wieder)

In der Erde sind nun Erdnuss-, Mais- und Bohnensamen. Nun muss es nur noch weiter regnen – was es bisher nicht mehr hat! Betet doch bitte mit, dass bald wieder genügend Regen kommt und Gott sein Versprechen aus Genesis 8, Vers 22: „So lange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“



(zweimal Mais + eine Bohne)

Wir mussten auch deshalb schon säen, weil wir mittlerweile in der letzten Woche unseres ersten Trimesters angekommen sind und die Studenten am kommenden Samstag in die Ferien gehen. Diesbezüglich sind wir schon gespannt, was von der Saat des Wortes Gottes in ihren Herzen schon gekeimt ist und in den Ferien Früchte bringen wird, wenn sie Gelerntes an ihre Gemeinden weitergeben werden. Auch da gilt ja Gottes Versprechen! Sein Wort kommt nicht leer zurück! (Jesaja 55, Verse 10+11). Was sie wohl Anfang Januar zu berichten wissen werden – und wie sie die aufgegangene Saat auf CHISOMO antreffen werden?

Liebe Grüße,

Daniel.

Dienstag, 23. November 2010

Detlef, der Bäckergehilfe

Hinter uns liegt ein Wochenende der besonderen Art. Wir bekamen wieder einmal hohen Besuch, dieses Mal sozusagen den höchsten! Der Direktor der Liebenzeller Mission (LM), Detlef Krause kam in Begleitung von Klaus Ehrenfeuchter, Leiter des Fachbereiches Gemeinschafts-/Gemeindearbeit im Liebenzeller Gemeinschaftsverband.


Während am Donnerstag u. Freitag der Besuch und das Kennenlernen unserer Missionsstation, seiner Mitarbeiter, der Studenten und uns Missionaren im Vordergrund stand, ging es am Samstag beim Treffen des gesamten Missionarsteams von Malawi in CHISOMO um geistliche Erbauung. Wir freuten uns an der Bibelarbeit von Detlef und aktuellen Infos von Deutschland und der LM.



Unser Freund und Küchenhelfer Flanki staunte nicht schlecht, als er plötzlich den Missionsdirektor am Herd stehen sah; und noch mehr, als Detlef sich dann als Bäckergehilfe nützlich machte, um die Teigtaschen (Pita) für das Mittagessen fürs ganze Team in unserem Holzbackofen zu backen. So etwas gäbe es hier in der malawischen Kultur nicht!



Wieder einmal wurde uns bewusst, dass unsere „Chefs“ auch Brüder und Freunde sind, die sich nicht auf ein Podest stellen, sondern dienen, zuhören, mithelfen.


Wir sind wirklich stolz, „Liebenzeller“ zu sein! Gemeinsam wollen wir Jesu Beispiel folgen, der sagte: „Ich bin nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und mein Leben zu geben als Lösegeld für viele!“ (die Bibel, Markus 10,45). Danke für euer Beispiel, Detlef und Efeu!


Liebe Grüße,

Daniel.

Dienstag, 16. November 2010

Bau update 01

Es geht voran! In den nächsten Tagen kann schon die Betonplatte gegossen werden, nachdem der Maurer das Fundament gegraben und ausgemauert hat und die Schreiner gerade dabei sind, die Einschalung zu zimmern. Diese Leute leisten super gute Arbeit, da macht es echt Spaß, zuzusehen!


links die beiden Maurer, rechts die zwei Schreinerlehrer von CHISOMO.


Montag, 8. November 2010

So geboren!

Neulich kommt eine junge Frau schön gekleidet und mit einem Neugeborenen auf dem Rücken an unsere Tür. Begleitet ist sie von ihrem Bruder, der nach Malawischer Tradition anstelle des Vaters für die Beiden verantwortlich ist. Bisher haben wir solche Besucher meist an unsere Kollegin Margit verwiesen, denn sie hatte ein entsprechendes kleines Hilfsprojekt für unterernährte oder verwaiste Neugeborene. Die Klage der Frau ist aber nicht etwa, dass sie ein Waisenkind versorgen müsste, denn es ist ja ihr eigenes Kind. Ihr Problem ist, dass sie keine Milch hat und das Kind nicht stillen kann. Sie sei so geboren worden, dass das eben bei ihr nicht funktioniere. Ihr erstes Kind ist letztes Jahr gestorben. Deshalb kommt sie nun her und hofft, dass sie von uns Milchpulver bekommen würde.

Eine Seltenheit sind solche Fälle nicht – schon zu oft hat Rita junge Mütter erlebt, die Milchpulver der eigenen Muttermilch vorziehen würden. So nimmt sie sich Zeit für die Frau, während ich zur Morgenandacht gehe. Als die Andacht nach 30 Minuten zu Ende ist, treffe ich Rita an, wie sie sich gerade von der Frau verabschiedet. Mit vielen guten Ratschlägen von Mutter zu Mutter und ein paar Vitamintabletten gehen die jungen Leute wieder nach Hause. Für uns bleibt das Hoffen, dass es für das kleine Baby noch nicht zu spät ist.


10 Tage später kommen die drei wieder zu uns. Die Frau strahlt übers ganze Gesicht (nur beim Fotografieren nicht, denn das macht man fürs Foto nicht!).



„Es hat geklappt! Du hattest Recht! Jetzt kommt tatsächlich Milch und dem Baby geht es gut!“ Wir freuen uns sehr für die junge Frau, die nun so viel Freude und Selbstbewusstsein bekommen hat. Sie hat also doch keinen Geburtsfehler! Und noch mehr freuen wir uns für das Baby. Es kann nun die beste Nahrung bekommen, die es für es gibt und sich von dem bereits verabreichten, unverdaulichen Getreidebrei erholen.



Liebe Grüße,

Daniel.

Dienstag, 2. November 2010

Ndiwo ...

… bezeichnet in Chichewa alles, was man zu Reis oder Maisbrei isst: Gemüse, Kraut, Blattgemüse, Eier, Fisch, Fleisch oder Geflügel. Letzteres produzieren wir hier in CHISOMO selbst, denn Freitag ist Fleischtag! Das heißt, es gibt entweder Ziegenfleisch vom nahegelegenen Markt oder eben unser eigenes Geflügel. Das hat sich gerade frisch vermehrt:


Für uns und die Kinder ist es immer wieder ein schöner Anblick, die kleinen süßen Entchen auf dem Wasser schwimmen zu sehen. Für die Studenten aber heißt das Vorfreude, denn in einigen Monaten werden diese süßen Entchen zwar nicht mehr so süß, aber vor allem ziemlich lecker sein! So freut sich eben jeder auf seine Weise J



Das gute ist, es sitzen noch zwei weitere Enten auf Eiern: eine auf sieben, die andere auf sechs. Für Nachschub ist also gesorgt und die Freude geht weiter, sowohl für die Augen und das Herz als auch für den Magen!



Liebe Grüße,

Daniel.