Sonntag, 31. Juli 2011

Daheim - endlich!

Nach einem ungeplanten 24-Stunden-Aufenthalt in Addis Abeba sind wir nun schon ein paar Tage daheim, und das voll und ganz. Bahlingen hat uns wieder!
am Flughafen in Malawi (Lilongwe)


Da bei der Ticketbuchung irgendetwas schief gelaufen ist, mussten wir einen geschlagenen Tag in Äthiopien verbringen. Schief lief dann auch noch die Buchung des Hotels, bzw. die Bezahlung. So mussten meine Frauen und Aaron stundenlang im Flughafen rumsitzen, bis wir dann endlich um 1 Uhr nachts zum Hotel fahren konnten. Umso besser schliefen wir dann, nach der ganzen Aufregung. Und letztendlich konnten wir uns gut erholen und genossen die äthiopische Küche. Wir gut, dass Rita ein paar extra Unterhosen und T-shirts eingpackt hatte!


Mit Handgepäck einen ganzen Tag ...

In der Hotellobby in Addis


Dann ging es eben am nächsten Abend noch einmal los: Passkontrolle, Sicherheitscheck, Anstehen, Boardingpass abholen, aufs Flugzeug warten … und dann endlich auf die Sitze, zum letzten Mal. Gott hat uns dann den besten Flug seit wir Kinder haben geschenkt, und so kamen wir dann einen Tag später in aller Frühe in Frankfurt an. Opa Werner, meine Schwester Beate und mein Bruder Tobias haben uns abgeholt … endlich daheim!



„Daheim“ ist es erfreulicherweise nicht nur für uns Eltern, sondern auch für alle unsere Kinder, die während der letzten Jahre ja mehrmals schon auch hier waren und somit nicht in die Fremde kamen, sondern wirklich heim!

Mittlerweile haben wir schon leckere Vesper genossen, freuen uns an unserem Familien-VW-Bus, haben schon viele liebe Verwandte und Freunde getroffen, erlebten eine tolle Willkommens-Grillparty und waren auch schon beim Mitarbeiter-Dinner unserer Bahlinger LGV-Gemeinschaft. Hier ist es wirklich schön und gut! Daheim eben.Aaron ist begeistert!



Den Mädels gefällt er auch!

Liebe Grüße aus der Heimat,

Daniel.

Sonntag, 24. Juli 2011

Jetzt kann's losgehen!

Die Koffer, Kisten und Taschen sind gepackt, das Handgepäck auch. Sogar die Taschen für die Reise nach Lilongwe und die Übernachtung dort stehen schon bereit. Es kann also losgehen – Deutschland, wir kommen!


Nachdem wir in den letzten Tagen kräftigst gearbeitet haben, einige Hühner, kiloweise Erdnüsse, Maismehl und sonst noch so manches zum Abschied geschenkt bekommen haben, sind wir nun fast fertig, und das im doppelten Sinn! Noch ein paar Ecken mit restlichem Gerümpel im Haus, sonst ist fast alles weg. Unzählige Freunde und andere, die sich plötzlich auch als solche zählen, kamen gestern an die Haustür, um ein Abschiedsgeschenk abzuholen. So sind wir fast alle übrigen Kleider losgeworden und jeder zweite in den umliegenden Dörfern rennt rum wie die Mattmüllers. J

Heute Vormittag waren wir dann noch zum allerletzten malawischen Gottesdienst in der nächstgelegenen EBCM-Kirche, um uns nicht zuletzt auch von dieser Seite unseres siebenjährigen malawischen Lebens zu verabschieden.




Morgen dann, am Montag um 11.00 Uhr, geht es los. Von CHISOMO mit Joe Berger nach Liwonde, wo wir uns mit unserem Teamleiter Michael Volz treffen. Der wird uns dann, nach einer letzten kurzen Verabschiedung von der Kirchenleitung (Bischof, Generalsekretär, usw.), nach Lilongwe bringen, wo wir dann am Dienstagmorgen zum Flughafen fahren werden; und dann heißt es „Tschüss Malawi!“

Unser guter Gott und Vater im Himmel war so gut zu uns in den letzen acht Jahren, die wir meistens hier verbracht haben. Mit Hebräer 13,8 wollen wir nun – bei allem Abschiedsschmerz – getrost und gespannt nach vorne blicken: „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.“


Liebe Grüße,


Daniel.




Montag, 18. Juli 2011

Ordination zum Evangelisten

Gestern waren wir in der Kirche in einem kleinen Städtchen in unserer Nachbarschaft, um Zeugen und „Mithelfer“ der Ordination eines unserer Studenten vom letzten Schuljahr zum Prediger/Evangelisten zu sein. Ja – Mithelfer, denn in der Evangelical Baptist Church of Malawi (EBCM) ist eine Ordination immer eine gemeinsame Sache. Und das ist ein sehr schönes Zeichen für den „Neuen“!

Nach einer guten, motivierenden Predigt des Administrators und noch manch anderen Gottesdienstelementen leitete der Generalsekretär die Amtshandlung ein, bei deren Durchführung dann alle bereits ordinierten Geistlichen symbolisch dem zu Ordinierenden die Hände auf legen und gemeinsam, jeder für sich, für ihn beten und so in sein Amt segnen.

Es war sehr schön mitzuerleben, wie einer meiner Schüler nun mit einem wichtigen Amt in seiner Gemeinde und seinem Bezirk betraut wurde und dies auch mitzugestalten. Der HERR ist gut – absolut!
Bei diesem Ereignis waren übrigens alle unsere CHISOMO-Mitarbeiter dabei, denn direkt anschließend an das Festessen ging unsere Reise weiter in Richtung Malawi-See, wo wir jetzt grad zu siebt sind und meinen Abschied und den Übergang zu Joe Berger als neuen CHISOMO-Leiter „feiern“ – mit gutem Essen (z.B. gebratenem Buntbarsch), Bibellesen, ein bisschen Reflektion und Plantschen!


Liebe Grüße,

Daniel.

Montag, 11. Juli 2011

Graduation - Absolvierungsfeier

Vorgestern, am Samstag, war es soweit: die letzte Schulabschlussfeier für uns hier in CHISOMO. Der gelungene Rahmen wurde von einer genialen und herausfordernden Predigt des Generalsekretärs der Malawischen Evangelischen Allianz gekrönt.



Ein weiterer Höhepunkt war, zumindest für mich, die Übergabe der Gesamtleitung hier an Joachim und Miriam Berger, unserer Nachfolger in CHISOMO.


Die Vorbereitungen für dieses Fest machten uns wie jedes Jahr sehr viel Spaß, trotz allem Stress. Schlachten, Herrichten der Räumlichkeiten, Kochen organisieren, letzte Geschenke, usw. – alles in allem zwei sehr anstrengende Tage, aber wie gesagt auch sehr erfüllende und spannende letzte Stunden mit den Studenten, die uns wie immer auch dieses Jahr wieder sehr ans Herz gewachsen sind.









Nach dem großen letzten Festmahl ging es für die Studenten auf große Fahrt mit dem Laster.


Möge unser guter Gott und HERR sie bewahren, gebrauchen und für viele Menschen in ihren Gemeinden und Dörfern zum Segen setzen. Bei der letzten Prüfung habe ich jedem Student beim Korrigieren diesen Vers aufs Blatt geschrieben, der meinen Wunsch für sie ausdrückt: „Treu ist ER, der euch ruft; ER wird‘s auch tun!“ (1.Tess. 5,24) AMEN!


Liebe Grüße,


Daniel.

Donnerstag, 7. Juli 2011

Die letzte Andacht ...

… für meine Studenten habe ich heute Morgen gehalten. 7:15 Uhr, wie gewöhnlich.


Was gibt man zum Abschluss seinen „Kindern“ mit auf den Weg, bevor sie das Haus verlassen (so ähnlich wird ein Schulabschluss hier gesehen)?


Ich entschied mich, ein schon eher angefangenes Thema zu vervollständigen: „Das Evangelische Selbstverständnis“ könnte man es auf Deutsch nennen. Es begann im Unterricht mit einem Lebensbild über Martin Luther, bei dem eine Seminaristin aus Bad Liebenzell vor ca. zwei Monaten die evangelische Rechtfertigungslehre (sola gratia, …) herausgearbeitet hatte. Unsere Grundlage. Danach fügte ich dann die Spannung an zwischen „Gerechter und Sünder zugleich“ sein (simul justus et peccator) in einer darauf folgenden Andacht. Unser Alltag. Nun richtete ich den Blick nach vorne: „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit!“, wie Paulus es im Kolosserbrief formuliert. Unserer Erwartung, unser Ziel. Mit und bei Jesus zu sein für immer, in seiner Herrlichkeit – keinen Hunger mehr, keine Armut, keine Sünde. Was kann es größeres geben?
Dass diese Herrlichkeit des Auferstandenen aber auch schon jetzt in unserem Leben mehr und mehr sichtbar wird, das wünsche ich mir und vor allem auch meinen „Kindern“. Dieses Jahr sind es 14 Männer, von denen 11 ihre Frauen und einen Teil der Kinder dabei haben. Eine ganz ordentliche Familie!





„Nicht, dass ich es schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; … und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus!“ (Paulus im Philipperbrief, Kap. 2,12-14)


Liebe Grüße,


Daniel.


PS: Übermorgen wird die Absolvierungsfeier sein. Großes Fest – dann große Stille auf der Station!