Heute ein Beispiel dazu.
Als wir im Sommer 2003 hier in Malawi zum ersten Mal ankamen, hatten wir zwei Handys im Gepäck, die wir aber vorerst noch nicht benutzen konnten. Es gab ca. 20 km von uns entfernt zwar schon seit geraumer Zeit einen Sendemasten, doch er wurde erst ein knappes Jahr nach unserer Ankunft hier angeschlossen und in Betrieb genommen. Nach und nach kamen dann Handys auf bei den Leuten hier.
Um es kurz zu machen: heute, sieben Jahre später, hat fast jeder unserer Studenten (12 von 14) sein eigenes Mobiltelefon und auch jede Familie um uns herum. Die Funkgeräte, die wir damals noch im Haus unseres Kollegen und im Landcruiser vorfanden, sind längst abgebaut und verstaubt. Erleichterung insofern, dass wir so gut wie gar nicht mehr angefragt werden, jemandem eine Nachricht übers Funkgerät zu übermitteln oder jemanden telefonieren zu lassen.
Schwieriger wird es aber da, wo jemand ohne Stromanschluss wohnt, weil dieser nämlich ca. vier km weit entfernt ist. Oder wenn das Handy mal runterfällt und auseinander geht. Seht euch das Handy von Frank an, unserem Freund und Haushaltshelfer:

Für unsere Studenten habe ich letzten September, bevor der neue Jahrgang kam, zwei Ladestationen gebaut. Da fast alle Ladegeräte komischerweise mit Eurostecker versehen sind, musste ich zwei Steckdosenleisten von D. mitbringen. Die Entwicklung ist also noch nicht ganz abgeschlossen. Das erinnert mich immer an Jürgen Kraft, der bei seinem Besuch hier vor einigen Jahren oft sagte: es entwickelt sich – wir sind ja schließlich in einem Entwicklungsland!

Will jemand Guthaben auf sein Handy aufladen (es gibt hier keine Verträge), dann kann er fast überall, auch im hintersten Dorf, „units“ kaufen, z.B. hier:
Liebe Grüße,
Daniel.
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